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Welche HR-Prozesse lassen sich automatisieren?

Welche HR-Prozesse eignen sich besonders gut für die Automatisierung?

Antwort: Besonders geeignet sind repetitive, standardisierte Abläufe, die sich häufig wiederholen und viel manuellen Aufwand verursachen. Dazu gehören:

  • Zeiterfassung: Mitarbeitende stempeln per App ein und aus, das System berechnet automatisch Arbeitszeit, Pausen und Überstunden.
  • Abwesenheitsmanagement: Ferienanträge werden im Self-Service gestellt, das System informiert automatisch die Führungskraft und aktualisiert das Feriensaldo.
  • Bewerbermanagement: Neue Bewerbungen werden automatisch in das System importiert, kategorisiert und mit einer Eingangsbestätigung beantwortet.

Beispiel: In einem Unternehmen mit 150 Mitarbeitenden wurden Urlaubsanträge früher per E-Mail gestellt. Heute erfolgt alles digital: Antrag → automatische Benachrichtigung → Genehmigung → Eintrag im Kalender → HR wird nicht mehr involviert.

Kann auch die strategische Personalentwicklung automatisiert werden?

Antwort: Ja – viele Komponenten lassen sich softwaregestützt abbilden und automatisch auslösen. Dazu zählen z. B.:

  • Individuelle Schulungsvorschläge auf Basis von Rollen und Kompetenzprofilen
  • Erinnerungen an Mitarbeitergespräche und Zielvereinbarungen
  • Automatisierte Fortschrittsverfolgung bei Lernzielen

Beispiel: In einem Industrieunternehmen erhalten neu beförderte Teamleiterinnen und Teamleiter automatisch ein Trainingspaket mit E-Learnings, Präsenzschulungen und einem Peer-Feedback-Modul – alles automatisch zugewiesen durch das System nach Rollenzuweisung.

Wie hilft Automatisierung bei der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften?

Antwort: Automatisierung hilft, Arbeitszeitregelungen, Datenschutz und Dokumentationspflichten zuverlässig umzusetzen:

  • Das System erkennt z. B. automatisch, wenn die tägliche Höchstarbeitszeit überschritten wird, und meldet dies.
  • Dokumente werden revisionssicher gespeichert und nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist automatisch gelöscht oder archiviert.
  • Zugriffe auf Personalakten werden lückenlos protokolliert.

Beispiel: Ein Unternehmen in der Schweiz nutzt automatisierte Zeiterfassung mit Pausenüberwachung. Bei Verstössen gegen Ruhezeiten wird automatisch ein Hinweis an HR gesendet – inklusive Tagesübersicht für die Prüfung.

Ist Automatisierung auch für kleinere Unternehmen sinnvoll?

Antwort: Auf jeden Fall. Gerade KMU profitieren besonders, weil sie oft nur begrenzte HR-Ressourcen haben. Moderne Lösungen sind modular und skalierbar – so lässt sich z. B. mit der Automatisierung von Abwesenheiten starten und später auf Recruiting oder Personalentwicklung ausweiten.

Beispiel: Ein 30-Personen-Betrieb automatisiert mit einer Cloud-Lösung Urlaubsanträge, Abwesenheitskalender und Lohnabrechnungen. Das spart pro Monat etwa 8 Stunden Verwaltungsaufwand – und verringert Rückfragen deutlich.

Welche typischen Stolpersteine gibt es bei der Automatisierung – und wie lassen sie sich vermeiden?

Antwort: Zu den häufigsten Herausforderungen zählen:

  • Unklare Abläufe im Ist-Zustand
  • Widerstände von Mitarbeitenden oder Führungskräften
  • Technische Silos oder nicht verknüpfte Systeme

Beispiel: In einem Unternehmen wurden Lohnabrechnung und Zeiterfassung getrennt geführt – was oft zu Abweichungen führte. Nach der Einführung eines integrierten Systems wird die Zeiterfassung automatisch in die Lohnabrechnung übernommen. Die Fehlerquote sank um 90 %, Rückfragen nahezu auf null.

 

Automatisierung sollte schrittweise, mit klaren Verantwortlichkeiten und Change-Kommunikation eingeführt werden – begleitet von einem erfahrenen Implementierungspartner.

Die Automatisierung von HR-Prozessen ist ein zentraler Hebel, um den gestiegenen Anforderungen im Personalbereich effizient zu begegnen. Sie reduziert manuelle Tätigkeiten, steigert die Qualität und schafft Raum für strategische HR-Arbeit.

 

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Severin Ravaioli

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Thomas Kronsteiner

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